Moving

28. Juni 2010

Ich bin umgezogen!

auf nach Auckland

Neue Adresse: www.ikuhlmann.de

Ein perfekter Vulkan

10. April 2010

mt-taranaki

Taranaki - 14 March 2010. So sieht also ein fast perfekter Vulkan aus - Mt Taranaki. Zwei Tage hat er uns verhöhnt, sich einfach in Wolken gehüllt und vor uns versteckt. Am Abreisetag war er ein bisschen freizügiger und hat sich uns in all seiner Pracht und Schönheit gezeigt. Wir kommen wieder und werden ihn erobern. Nächsten Frühling oder Sommer. Hoffentlich hat er dann seine Schneekappe auf, die macht ihn noch attraktiver.

Es weihnachtet sehr

6. Dezember 2009

santa is in town

Der erste und zweite Advent und Nikolaustag liegen bereits hinter uns und bei mir stellt sich immer noch keine vorweihnachtliche Stimmung ein. Ich muss sogar sagen, schon nach dieser kurzen Zeit steht für mich fest: Weihnachten und die Südhalbkugel der Erde passen nicht zusammen. Weihnachten, das ist kalte Nasen, Raureif, Glühwein, kurze Tage, Frost und Schnee, echte Tannenbäume, Kekse backen, Fellstiefel und dicke Jacken. Hier trifft man sich an den Adventswochenenden nachmittags am Strand, um bei strahlend blauem Himmel, 25 Grad und Sonnenschein “christmas carols” zu singen. Santa kommt natürlich auch vorbei und verteilt “lollies” Süßigkeiten. Der arme Mann muss ganz schön schwitzen. Wenn ich die Wellen an den Strand branden höre, ist mir eher nach karibischen Klängen oder Chill out Musik, weniger nach “Stille Nacht..” und “Leise rieselt der Schnee..”. Ein kühler Cocktail wäre auch nicht schlecht.

Und wer stellt sich bei 25 Grad im Schatten in die Küche, um die eh schon stickige Luft beim Backen von Plätzchen noch weiter anzuheizen? Ich jedenfalls nicht. Ich gehe lieber in den Supermarkt um die Ecke und kaufe mir ein Eis.

Ivi im Interview

12. Oktober 2009

sailing in a good wind

Wie doch die Zeit rast, ich muss es immer wieder mit Erschrecken feststellen. Gerade geht wieder ein arbeitsreicher Tag zu Ende. Arbeitsreich in dem Sinne, dass ich immer noch nach einem Job suche, aber in den vergangenen Wochen einige große Schritte vorwärts gemacht habe. Jobsuche ist definitiv ein Vollzeitjob und beinhaltet nicht nur die eigentliche Suche. Dazu gehören Internet-Recherchen, Networking, das Erweitern der “transferable skills” und das Sammeln erster Erfahrungen in einem multikulturellen Berufsumfeld. Ich bin in allen Bereichen sehr aktiv.

Zurzeit mache ich zum Beispiel ein Praktikum in Aucklands regionalem Migranten-Zentrum. Dort komme ich mit Menschen zusammen, die überall auf der Welt ein zweites Zuhause haben, das Land in dem sie geboren sind, und das macht riesig viel Spaß. Das “socializing” ist wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur und gibt uns die Chance, viel voneinander zu lernen. Es ist immer Zeit für ein paar persönliche, berufsbezogene oder auch kulturelle Fragen und jeder gibt bereitwillig Auskunft. Es gibt hier auch noch den “casual Friday” an dem zum Start ins Wochenende alle zusammen in die nächste Kneipe gehen und gemeinsam etwas trinken und über die Pläne fürs Wochenende reden. Gearbeitet wird auch. Ich schreibe zurzeit einen Business Plan für ein kollaboratives Webprojekt. Das ist spannend und ziemlich neu für mich. Genau das Richtige für meinen analytischen Geist. Der war die letzten Wochen ganz gut gefordert.

Wenn ich nicht meinem Praktikum nachgehe, pflege und erweitere ich mein Netzwerk und treffe mich zum Lunch mit neuen Bekannten oder gehe abends zum Stammtisch. Am Freitag war ich zum ersten Mal seit vielen Monaten zum Tanzen aus. Die Disco heißt Boogie Wonderland und bietet freitags 80th music. Das musste ich ausprobieren! Man muss Arbeit ja auch mal Arbeit sein lassen und ein bisschen entspannen.

Das Wochenende ist längst vorbei und ich stecke schon wieder mitten drin in meiner Hauptbeschäftigung. Heute stand ein Telefoninterview an. Wenn das Telefon klingelt bin ich jedes Mal seeehr nervös. Hier in Neuseeland werden nämlich mit Vorliebe “competency based interviews” geführt. Anhand von Beispielen aus der beruflichen Vergangenheit soll die Bewerberin aufzeigen, wie sie mit schwierigen Situationen umgegangen ist und so ihre “transferable skills” erworben hat. Daraus möchte der potenzielle Arbeitgeber gerne ableiten, wie sich diese Person in seinem Unternehmen in dem ausgeschriebenen Job verhält. Die Listen mit Fragen, die man im Internet zu diesem Thema herunterladen kann, fangen bei ca. 60 Fragen an und hören etwa bei hundert auf. Aber man weiß trotzdem nicht, auf was für Fragen die Person am anderen Ende der Leitung kommt. Es ist immer wieder eine Zeit voller Überraschungen.

Heute habe ich mich tapfer duch ein 45-minütiges Interview gearbeitet. Danach war mein Kopf ziemlich leer und mein Körper voller Adrenalin. Meine Geistesgegenwart hat mich an mancher Stelle ziemlich im Stich gelassen und meine Nervosität gesteigert. In den Momenten war ich sogar ganz froh, dass mir niemand gegenüber saß. Die Verzweiflung hätte man mir sicherlich angesehen. Die Nachbereitung des Gesprächs wird mich einige Stunden beschäftigen. Die Fragen waren ziemlich gut, ich muss nur den Kopf wieder frei bekommen und meine “memory” einschalten. Vorher hab ich mir allerdings ein paar erholsame Stunden Schlaf verdient.

Ich werde davon träumen, noch möglichst lange auf dieser produktiven Welle zu segeln und bald in den Hafen der permanenten Aufenthaltsgenehmigung einzulaufen.

Spring is coming

9. September 2009

Frühling

Ich kann es gar nicht glauben, dass ich einen ganzen Monat lang nichts in meinem Blog geschrieben habe. Aber es gibt ein paar triftige Grüne dafür: 1. arbeite ich parallel an einem neuen Blog, den ich euch gerne schon vorgestellt hätte, aber er ist leider noch nicht fertig. Mittlerweile kann ich mit FTP umgehen, PHP mag ich aber immer noch nicht und die Fotos sitzen nach wie vor nicht dort, wo sie sitzen sollen. Aber ich bleibe tapfer am Ball und lasse euch wissen, wenn es soweit ist. 2. der FRÜHLING ist endlich da. Der Himmel ist blau, die Sonne scheint den ganzen Tag und das saftige Grün, die pinkfarbenen Farbtupfer in den Gärten und Strand & Meer locken jeden Tag nach draußen.

Ich werde in den nächsten Tagen mal wieder mit meiner Kamera durch die Gegend laufen und für euch ein paar frische Eindrücke einfangen.

Eastern Bays

6. August 2009

mission-bay

Mittlerweile wohne ich schon drei Wochen in Auckland und habe euch noch gar nichts über die schönen Eastern Bays und das Leben in der großen Stadt erzählt. Die Bays liegen, wie der Name vermuten lässt, im Osten des Stadtzentrums, ungefähr 7 Kilometer vom so genannten CBD entfernt am Hauraki Gulf. Um genauer zu sein, genau dort, wo der Rangitoto und der Motukorea Channel aufeinandertreffen. Die Insel Rangitoto - ein beindruckender Vulkankegel - liegt den Bays direkt gegenüber. Hat so ein bisschen was vom Siebengebirge, allerdings fehlen sechs Zipfel.

Wenn man am Britomart - dem Busbahnhof - in Richtung Eastern Bays mit dem Bus losfährt, fährt man auf dem Tamaki Drive zunächst am Fährhafen und dann am Containerhafen vorhei. Dann kommt die Hobson Bay, die ein richtig großes Becken bildet und dann die erste kleinere Bucht, die Okahu Bay in der viele weiße Segelboote auf dem Wasser schaukeln. Der Tamaki Drive schlängelt sich weiter von Bucht zu Bucht zuerst an der Mission Bay, dann an der Kohimarama Bay und am Ende an der St. Heliers Bay entlang.

Mission Bay ist bei Einheimischen wie Touristen sehr beliebt. An der Promenade reiht sich ein Café ans andere. Sogar ein Kino versteckt sich in der Häuserzeile. Hier bin ich letzte Woche an einem schönen Sommertag auf den Spuren meiner Reise mit Susanne 2005 gewandelt. In dieser Bucht hatten wir uns damals mit einer jüdischen Dame zum Kaffee verabredet. Susanne hatte Papiere für sie aus ihrer deutschen Heimat dabei, Fotos vom jüdischen Friedhof in Obernkirchen.

Ich weiß noch wie es sich damals angefühlt hat, am dritten Tag der Reise in der großen Stadt Auto zu fahren. An die andere Straßenseite hatte man sich noch nicht gewöhnt und an den Fahrstil der Aucklander schon gar nicht. Wir sind damals den Tamaki Drive bis Mission Bay entlang gefahren und waren am Ende froh, heile hin und auch wieder weg gekommen zu sein. Das Treffen war sehr nett und die Atmosphäre dort am Strand war und ist auch heute noch relaxt und fröhlich. Mittlerweile fahre ich die Bays mit dem Auto oder Bus rauf und runter oder gehe mal eben zu Fuß von zu Hause rüber. Das ist ein g**** Gefühl.

Susanne, erinnerst du dich noch an unseren ersten Ausflug mit Gordon? Wir waren in einem kleinen Park mit Blick auf Rangitoto Island. Dieser Park liegt zwischen Misson und Okahu Bay. Ich bin vergangene Woche hoch spaziert und hab ein Foto für dich gemacht.

In die andere Richtung, nach St. Heliers, bin ich auch regelmäßig zu Fuß unterwegs. Dort gibt es eine schnuckelige kleine Ladenzeile in der wirklich alles zu finden ist, was man zum täglichen Leben braucht - Supermarkt, Ökomarkt, Metzger, Obst- und Gemüseladen, Drogerie, Bäcker Post, Bücherei, Bank, Videothek, Café, Restaurant. In 30 Minuten bin ich da, mit schweren Taschen beladen brauche ich allerdings etwas länger wieder zurück. Würden die Kiwis ja nie machen, zu Fuß einkaufen gehen, wenn man auch mit dem Auto hinfahren kann. Auf das Thema “clean und green” werde ich in einem der nächsten Beiträge genauer eingehen.

Sonntags spaziere ich häufig an der Ladenzeile vorbei und gehe bis zur Rarangi Road am Ende der Bucht weiter. Dort wohnt die Familie Möhlenbrock aus Bremen. Katja und ich haben uns beim Xing-Treffen im Juni kennengelernt und mittlerweile bilden wir eine gut funktionierende deutsche Bay-Community.

Über Kohimarama erzähle ich beim nächsten Mal. See ya.

Mr. Lover lover……

4. August 2009

ivonne-11

“Mr. Boombastic, really fantastic……smooth……gee wheeze baby please…..mmm mmm….” das ist nicht von mir, das hat Shaggy 1995 gesungen, aber es passt wunderbar zum Thema. Männer in Deutschland, ihr habt es richtig gut im Vergleich zu den Jungs hier auf den beiden Inseln. Was die sich jeden Tag gefallen lassen müssen, nee. Im Radio - Fernsehen gucke ich nicht so viel, vielleicht ist es da auch - geht das von morgens bis abends in jedem Werbeblock etwa so:

Frauenstimme: “mmmmh, ohhhh, yes….” dann werden mit etwas verzehrter Stimme plötzlich die Gedanken der Frau übertragen <he´s too EARLY!!!!! Agaaaaaiiiiiiin!!!!!>, “oh yes darling, oh oh……”, <I´m NOT readyyyyyyyyy!> …….

Drei Spots weiter, Männerstimme: “Guys, do you want to be a better lover for your love…” - den Rest hab ich vergessen oder vor lauter Mitgefühl immer wieder die Lauscher auf Durchzug gestellt.

In der Tageszeitung steht es auch. In großen Lettern “Erection problems are common”, “53% of MEN over 40″, “About one in two men….”

Ich hab keine offiziellen Statistiken gelesen, aber wenn es stimmt, dann haben hier ungefähr 488.00 Männer ein Problem mit ihrer Libido - und wahrscheinlich mit ihrer Frau. Das sind etwas weniger Menschen als Dresden Einwohner hat und 53% aller neuseeländischen Männer über 40. Alle diese Menschen haben mein a b s o l u t e s Mitgefühl. Es würde mich nicht wundern, wenn im Laufe dieser Kampagne die Zahl der Personen mit Erektionsproblemen statistisch signifikant nach oben schnellt. Es ist kaum zu ertragen auch für mich als Frau nicht.

Meine Neugier oder meine Anteilnahme reichen jedoch nicht so weit, dass ich gleich morgen zu einem Urologen laufe und frage, ob diese Werbekampagne auf seriösen Füßen ruht. Vielleicht hat ein Pharmakonzern (mit sechs Buchstaben) Spaß daran, hier Geld auszugeben? Das wird wohl niemanden stören, der die Wirtschaftszahlen des Landes im Auge hat. Eine weitere Möglichkeit der Beweisführung wären Praxistests, aber das scheitert zurzeit noch an der Probandinnen-Compliance und würde auch deutlich zu weit führen.

Hoffentlich geht den Werbern bald das Geld aus!

Viele Grüße nach Deutschland und lasst es euch gut gehen!

Learning English

10. Juli 2009

Datensalat

Da sitze ich also wieder mal vor meinen IELTS-Papieren und bereite die dritte Prüfung vor, weil das Dietitians Board nur Ergebnisse anerkennt, die nicht älter als 12 Monate sind. Bäääh! Ich mag nicht!

Und wenn man erst mal anfängt darüber nachzudenken, was man hier den ganzen Tag treibt, ohne nachzudenken, dann wird es kompliziert. Ich schlage meine Grammatik auf und starte mit Kapitel 1 “Der Satz”. Da gibt es wie im Deutschen “Aussagesatz”, “Fragesatz”, “Aufforderungssatz” und “Ausrufesatz”, bejaht oder verneint. Die Wortstellung im Aussagesatz ist “subject-verb” und das anders als im Deutschen auch bei einer adverbialen Bestimmung am Satzanfang, nachgestelltem Begleitsatz zur direkten Rede, im nachgestellten Hauptsatz……. hier schlage ich die Grammatik wieder zu und nehme mir vor, den Kiwis noch intensiver aufs Maul zu schauen. Das ist der beste Weg etwas für den Alltagsgebrauch zu lernen.

Mit dem Wörterbuch zu arbeiten, ist auch nicht immer eine Freude. Hier werden Wörter gesprochen, die kommen im dictionary nicht vor und sind dennoch kein Slang. Und keiner kann mir erklären, was sie bedeuten. Und für die Dinge, die es hier nicht gibt, gibt es erstaunlicherweise auch keine Übersetzungen. So habe ich vergeblich nach “Kohlrabi” und “Quark” gesucht. Diese Lebensmittel gibt es hier wirklich nicht, man kann sie nicht kaufen. Und was haben die Angelsachsen kurzerhand gemacht, um die Lücke im Wörterbuch zu füllen? Sie nennen sie “kohlrabi” und “quark” und reden nicht weiter darüber.

Spannend und amüsant ist der Gebrauch der englischen Sprache im täglichen Zusammentreffen mit den “locals”, wenn man z. B. ein Auto kaufen möchte und einem die englischen Begriffe für Beule, Lack, Spachteln, Anhängerkupplung, Schaltung, Spritverbrauch und Kilometerzähler nicht einfallen und der Verkäufer es nicht merken darf, weil er sonst deutlich im Vorteil wäre und einen übers Ohr hauen könnte. Dem kann man nur vorbeugen, indem man sich für alle wichtigen Situationen einige Übungsobjekte sucht und sich so richtig daneben benimmt. Man lernt viele neue Wörter und Redewendungen, verblüfft so manchen Menschen und natürlich sich selbst und wenn das Objekt der Begierde dann endlich vor einem steht, beeindruckt man sein Gegenüber mit breitem Wortschatz und sicherem Auftreten.

Nachdem ich heute Vormittag ca. 100 Karteikarten mit Vokabeln gefüllt habe, die ich unbedingt bis Ende Juli beherrschen muss, widme ich mich nun dem geschriebenen englischen Wort. Essays sind doch immer wieder ein willkommener Zeitvertreib :-(

Flatmate wanted

4. Juli 2009

room-wanted

Flat suchen. Ahhhh, wieder so ein Thema, über das man ein Buch schreiben könnte, wenn man sich ein paar Wochen damit beschäftigt hat.

Eigentlich wollte ich längst in meinem neuen Zimmer in der Stadt wohnen, bin aber immer noch hier in Orere Point. Die Vermieterin hat es sich im letzten Moment anders überlegt.

Die Vermieterin das ist Annette, aus der Polygon Road, die eigentlich zwei Leute bei sich einziehen lassen will. Wir treffen uns zur Besichtigung und finden uns gleich sympathisch. Sie will alles für meinen Einzug vorbereiten, ich soll am Wochenede darauf anrufen, um den entgültigen Einzugstermin zu vereinbaren. Ich rufe wie vereinbart an und sie sagt mir zu. Am Mittwochmorgen wollen wir uns um 10 Uhr treffen. Für mich heißt das, 7:30 Uhr austehen, duschen….., 8:30 Uhr losfahren. Die Rückbank ist mit Kisten vollgepackt, der Kofferraum auch. Ich komme in St. Heliers an, bin ein bisschen früh dran und parke noch schnell am Straßenrand um die Ecke, um meine Mails abzurufen und einen Blick auf mein Handy zu werfen. Und der Blick lohnt sich. Da gibt es Folgendes zu lesen: “Hi Yvonne, very sorry to say my son realisd he wants to come home wth th reality that his room was going to someone else. I hv tried to ph u so hope u get this text.” - Mir fehlen die Worte! Klärt man so etwas nicht vor einer Zusage? Scheinbar nicht überall auf der Welt. Nehme also meine Kisten und drehe wieder um.

Dann ist da noch B. Short aus der Peacock St., der ein Paradies zu vermieten hat und mich mit einem breiten Grinsen empfängt. B. ist definitv cool, so cool, dass er in seiner Anzeige nicht verheimlicht, wie die idealen Flatmates auszusehen haben: happy independent females 25 - 35, travelers most welcome (ich schätze B. so auf Anfang 40). Er hat dennoch nichts dagegen, mich rein zu lassen, auch wenn ich nicht ganz in sein Beuteschema passe. Um in die engere Auswahl zu kommen, muss ich ihm seine drei großen Fragen beantworten: 1. religion, 2. movies, 3. sports. Hier ist die PR-Frau gefragt, läuft auch alles super, ich will dann aber doch nicht mit ihm zusammen wohnen. Der Name sagt doch schon alles “B. Short”, der Mann hat Minderwertigkeitskomplexe bis unters Dach.

Und dann kontaktiere ich ein friendly professional couple, das gerne eine Frau - international student oder visitor - einziehen lassen möchte. Ich schicke eine Mail mit meiner Anfrage und bekomme keine Antwoort. Am nächsten Tag versuche ich es mit der Mobilnummer, bekunde mein Interesse und bitte um einen Besichtigungstermin. Stundenlang wieder keine Antwort. Und kurz vorm Zubettgehen lese ich dann Folgendes auf meinem Handy: “sincerely apology, this room has not been “deemed suitable” for people with names beginning with the letter i. as peoples with names beginning with “i” tend to be selfish and the room has within it´s soul the spirit of communism embodied”.

Schnitt/ Cut

Gerade drängt sich mir eine Liedzeile aus “Junge” von den Ärzten auf und ich singe sie stumm vor mich hin: <…die nehm doch alle Drogen…..>

On The Road

24. Juni 2009

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Ich habe einen Igel überfahren!

Ich fühl mich ganz schrecklich! Und das ist nicht alles. Vor einigen Wochen bin ich einem Opossum gerade noch rechtzeitig ausgewichen - obwohl man sich ausweichen hier wirklich verkneifen sollte, da die Straßen eng und die Schluchten tief sind :-) - und vor etwa vier Wochen hatte sich ein Hase unter mein Auto verirrt. Das hat mich alles nicht wirklich belastet, von diesen Spezies gibt es hier eh viel zu viele, aber ein IGEL! So ein kleines, schüchternes, possierliches Tierchen!

Das Leben und Erleben auf den neuseeländischen Straßen ist grausam und hart in vielerlei Hinsicht. Sobald man sich als Europäer halbwegs an das “Andersherum” im Straßenverkehr gewöhnt hat,  muss man sich damit auseinandersetzen, dass viele Tiere die Straße mitbenutzen. Auch Kühe und Schafe. Und das manchmal ganz unvermittelt direkt hinter einer scharfen Kurve. Außerdem muss man sich über die fehlende oder schlechte Beschilderung ärgern. Zum Glück hab ich das Thema nicht als erste aufgebracht, als ich vor ein paar Tagen mit ein paar Kiwis zusammensaß, es kam zuerst aus ihrem Mund. Ich habe mich aber lautstark und gerne an der Diskussion beteiligt. Meinen ersten Auffahrunfall hab ich auch schon hinter mir. Meine neue Reiseversicherung hat den Blechschaden beglichen (war ein rental car, puh!), Personenschaden ist glücklicherweise keiner entstanden. Die Polizei war dagegen nicht so freundlich. Ich habe es nur dem Umstand, dass ich hier als Touristin unterwegs bin, zu verdanken, dass man mich nicht gleich vor Gericht gezerrt hat. Da sind die Männer in Blau ganz schnell bei der Sache. Stattdessen unterstütze ich die Arbeit der Polizei mit einem Beitrag in Höhe von $150 und darf weiter Auto fahren.

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Straßenarbeiten sind auch eine beliebte Beschäftigung. Die Neuseeländer stellen unglaublich gerne Hütchen auf, um Baustellen abzusichern. In der Schlucht, durch die ich jeden Tag fahre, haben sie auch ein paar aufgestellt. Um ein kleines Häufchen Erde herum, dass beim heftigen Sturmregen vor zwei Wochen abgerutscht war. Scheinbar hatte niemand Zeit, die drei Schaufeln Erde direkt zu beseitigen. Die Hütchen an dieser Baustelle haben ein interessantes Eigenleben geführt. Am ersten Tag standen noch alle sechs Hütchen aufrecht, am nächsten Tag hat ein Hütchen auf der Straße gelegen und an jedem der folgenden Tage hat ein Hütchen mehr das gleiche Schicksal ereilt. Am siebten Tag standen plötzlich wieder alle Hütchen aufrecht und in der folgenden Nacht - so schien es -

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hatte jemand Spaß daran, sie alle wieder umzulegen. Danach war ein paar Tage Ruhe. Bis eines Tages - das war gestern - die Hütchen-Männer mit ihrem kleinen gelben Auto vorfuhren, die Erde beiseite schaufelten und die Hütchen einsammelten. Ich bin mir sicher, dass die Hütchen längst an einem anderen Straßenabschnitt stehen und ein anderes Erdhäufchen vor vorbeirasenden Autos schützen.